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Informationen für die Bestattungsinstitute bezüglich Todesanzeigen beruhend auf einer Mitteilung des Bischöflichen Ordinariats Brixen-Bozen.

Folgende Punkte sollen bei der Textformulierung bei Todesanzeigen berücksichtigt werden:

Bezeichnung der christlichen Vorbereitung auf den Tod
In Todesanzeigen findet man gelegentlich die Formulierungen „nach Empfang der letzten Ölung“ oder „nach Empfang der Sterbenssakramente“, die seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil nicht mehr eingeengt als Sakrament für die Sterbenden zu sehen sind.
Den Sterbenden wird als Vorbereitung auf den Tod die Kommunion als Wegzehrung gereicht, für die folgende Formulierungen angebracht sind:

„vorbereitet durch ein christliches Leben“
„im Glück und im Vertrauen auf die Auferstehung“
„gestärkt durch die Sakramente der Kirche“
„gestärkt/vorbereitet durch die Empfängnis der Eucharistie“
„gestärkt/vorbereitet durch die Empfängnis der Wegzehrung“
„nach bewusster und gläubiger Vorbereitung“

Bezeichnung des Gottesdienstes am Begräbnistag
In den Todesanzeigen sollte der Ausdruck „Auferstehungsgottesdienst“, bzw. „Auferstehungsfeier“ vermieden werden, der weder dem tieferen, weiteren Sinn des Anlasses, noch der tiefen Trauer der Angehörigen und deren Schmerze gerecht wird.
Es werden folgende offene Formulierungen empfohlen:

„Eucharistiefeier“
„Messefeier“
„Gottesdienst“
„Bestattungsgottesdienst“
„Begräbnisgottesdienst“
„Abschiedsgottesdienst“
„Trauergottesdienst“
„Trauerfeier“

Der Hinweis auf den Gottesdienst kann auch folgendermaßen formuliert werden:

„Wir begleiten unsere(n) Verstorbene(n) zur Eucharistiefeier/Messefeier in die Pfarrkirche und anschließend zur Bestattung auf den Ortsfriedhof“
2Die Begräbnismesse für Frau/Herrn NN ist am…“
„Wir feiern die Hl. Messe für unsere(n) Verstorbene(n) am….“
„Nach/vor der Beisetzung wird die Eucharistie für die/den Verstorbene(n) um … Uhr in … gefeiert“

12.11.09

BISCHÖFLICHES ORDINARIAT BOZEN-BRIXEN

Informationsblatt für die Bestattungsinstitute bezüglich Todesanzeigen


Wir bitten Sie, bei der Erstellung von Todesanzeigen folgende Punkte zu berücksichtigen und auch den Angehörigen der Verstorbenen zu erläutern:
1.    Bezeichnung der christlichen Vorbereitung auf den Tod
In Todesanzeigen findet man gelegentlich Formulierungen wie „nach Empfang der letzten Ölung“, „nach Empfang des Sterbesakramentes“.
Seit der Liturgiereform im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil sieht die Kirche den sakramentalen Ritus der Ölsalbung nicht eingeengt als Sakrament für Sterbende, sondern – was er von der biblischen Grundlage her ist – als Krankensalbung, d. h. als Sakrament, das ernstlich erkrankten oder durch Alter geschwächten Menschen zur körperlichen Heilung und seelischen Stärkung gespendet wird.
Sterbenden wird als Vorbereitung auf den Tod nicht die „Letzte Ölung“ gespendet, sondern die Kommunion als Wegzehrung gereicht.
Aus diesem Grunde sollen die oben genannten Formulierungen in Todesanzeigen vermie-den werden.

An ihrer Stelle können – wenn Angehörige die christliche Vorbereitung in der Todesanzeige ausdrücken wollen – u. a. folgende Formulierungen verwendet werden:
-    „vorbereitet durch ein christliches Leben“
-    „im Glauben und im Vertrauen auf die Auferstehung“
-    „gestärkt durch die Sakramente der Kirche“
-    „gestärkt/vorbereitet durch den Empfang der Eucharistie“
-    „gestärkt/vorbereitet durch den Empfang der Wegzehrung“
-    „nach bewusster und gläubiger Vorbereitung“
2.    Bezeichnung des Gottesdienstes am Begräbnistag
Vermieden werden sollte in Todesanzeigen auch der Ausdruck „Auferstehungsgottes-dienst“ bzw. „Auferstehungsfeier“ als Bezeichnung für die Messfeier am Begräbnistag.
In der Eucharistiefeier am Begräbnistag wird – wie in jeder Messfeier – Leben, Tod, Aufer-stehung und Verherrlichung Christi gefeiert. Allein die Auferstehung zu betonen, greift zu kurz.
Auch überspielt der Ausdruck „Auferstehungsgottesdienst“ die Trauer und den Schmerz der Angehörigen.
Er wird auch dem österlichen Charakter der Begräbnisliturgie nicht gerecht, der nicht nur den Bezug auf die Auferstehung, sondern auch auf den Tod Christi verlangt.

Da auch der Ausdruck „Sterbegottesdienst“ einseitig ist, empfiehlt sich eine theologisch of-fenere Formulierung: „Eucharistiefier“, „Messfeier“, „Gottesdienst“, „Bestattungsgottes-dienst“, „Begräbnisgottesdienst“, „Trauergottesdienst“.

Der Hinweis auf den Gottesdienst kann folgendermaßen formuliert werden:
-    „Wir begleiten unsere(n) Verstorbene(n) zur Eucharistiefeier/Messfeier in die Pfarr-kirche und anschließend zur Bestattung auf den Ortsfriedhof.“
-    „Die Begräbnismesse für Frau/Herrn N. N. ist am …“
-    „Wir feiern die hl. Messe für unsere(n) Verstorbene(n) am …“
-    „Nach/Vor der Beisetzung wird die Eucharistie für die/den Verstorbene(n) um … Uhr in … gefeiert.“

Leitfaden für Todesanzeigen

Häufig vorkommende Fehler bzw. falsche Formulierungen:
•    „Er ist durch einen Unfall von uns gegangen“
Richtig: nach einem Unfall, infolge eines Unfalls (außer: Er ist durch einen Unfall aus unserer Mitte gerissen worden.)
•    „Wir nehmen Anteil am Verlust …“
Richtig: Wir nehmen Anteil am Schmerz über den Verlust …
•    „Wir nehmen Anteil an der Trauer, die … erlitten hat“
Richtig: Wir nehmen Anteil am Schmerz, den … erlitten hat
•    „Beisetzung am Friedhof“ (wäre neben dem Friedhof)
Richtig: im Friedhof
•    „Wir begleiten unseren Verstorbenen zum Friedhof“
Richtig: in den/auf den Friedhof
•    „Ein Jahr ist vergangen seit dem Tag, wo du uns verlassen hast“
Richtig: … seit dem Tag, an dem du uns verlassen hast.
•    „In unseren Herzen wirst du weiterleben“
Richtig: in unserem Herzen (distributiver Singular)
•    „Statt Blumen gedenke man wohltätiger Zwecke“
„Statt Blumen möge man für … spenden“
Richtig: Statt Blumen auf das Grab (an die Urne) zu legen, gedenke man wohltätiger Zwecke.
    Statt Blumen auf das Grab (an die Urne) zu legen, möge man für … spenden.
•    Blumen- und Gedächtnisspenden (würde bedeuten: Blumenspenden und Gedächtnisspenden)
Richtig: Blumen und Gedächtnisspenden
•    hl. Messe: kleinschreiben
•    der Schwager: die Schwäger (Mehrzahl)
Für ein einheitliches Erscheinungsbild der Todesanzeigen:
•    ... am Montag, dem 1. November, … (wichtig: nur wenn „am“ steht)
•    Die vertraute Anrede mit du (deiner, dir, dich) bzw. ihr (euer, euch) sollte im Gegensatz zur Höflichkeitsform „Sie“ kleingeschrieben werden.
•    auch im Namen (nicht: sowie, und)
•    statt Blumen auf das Grab zu legen … (nicht: anstatt)
Weiteres:
•    Datum ausschreiben (außer bei Geburts-/Sterbedatum):
28. 10. 2010     =     28. Oktober 2010
•    Jahreszahl im Text wird gelöscht, wenn sie:
-    beim Sterbedatum oder/und
-    bei den Ortschaften vorkommt
•    Uhrzeiten: wenn runde Uhrzeiten: Nullen weg
10.00 Uhr   =   10 Uhr (mit einem Punkt, nicht mit Doppelpunkt: 10:30 Uhr   =   10.30 Uhr)
•    Hofnamen/Übernamen (Bsp. Huber-Seppl, Franzn-Moidl) in Namensunterzeile nicht in Anführungszeichen, außer ladinische und solche in Fremdsprache


Anmerkung:
Auf ausdrücklichen Kundenwunsch kann von diesem Leitfaden auch abgewichen werden, sofern nicht gegen verbindliche Rechtschreibregeln (Duden) verstoßen wird!

Von Hw. Michael Horrer

Seit langem hat sich in unserer Partezettel-Kultur ein gewaltiger Fehler eingeschlichen, der mich bereits seit einiger Zeit immer wieder stört und der unbedingt all unseren Bestattern in unseren Südtiroler Bestattungsunternehmen mitgeteilt werden muss:
Verstorbene trauern nicht um ihre verstorbenen Angehörigen. Bitte schreiben Sie in Zukunft keine verstorbenen Angehörigen mit dem Zusatz + auf Ihre Partezettel. Bitte teilen Sie Ihren Kunden, den Trauerfamilien mit, dass Verstorbene nicht um Verstorbene trauern. Unser Glaube sagt uns, dass bereits Verstorbene in der Ewigkeit voll Freude Gott den Herrn schauen. Sie trauern deshalb nicht um ihre verstorbenen Angehörigen, sondern freuen sich mit ihnen, dass auch sie, diese ewige Ruhe und Freude Gottes nach einem langen, oft steinigen und krankerfüllten, irdischen Weg erreicht haben.


Hw. Michael Horrer

02.05.2017