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Im Gedenken an:

Franziska Parth in Hauser

geboren am: 18.03.1936
verstorben am: 22.07.2026
im Alter von: 90 Jahren
letzter Wohnort: Laas
Gemeinde: Laas
Mittlerer Vinschgau

Nachruf für Franziska Parth in Hauser, 18.3.1936-22.7.2026

Von Monika Hauser, im Juli 2026, Laas/Köln

Wir nehmen Abschied von Franziska, deren Leben von den großen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts und den oft unsichtbaren Gewaltverhältnissen des Privaten geprägt war. Ihr Lebensweg erzählt nicht nur die Geschichte eines einzelnen Menschen, sondern die Geschichte vieler Frauen, deren Erfahrungen lange verschwiegen, verdrängt oder als persönliches Schicksal abgetan wurden.

Meine Mutter war ein lebensfroher Mensch. Nicht, weil das Leben freundlich zu ihr war, sondern weil sie sich ihre Lebensfreude immer wieder neu erkämpfte. Ihre Fähigkeit zu lachen, Hoffnung zu bewahren und anderen mit Wärme zu begegnen, war keine Selbstverständlichkeit. Sie war Ausdruck einer bemerkenswerten inneren Stärke.

Als Kind der Südtiroler Optionszeit überlebte sie Krieg, Hunger und Todesangst in Niederbayern. Nach der Rückkehr in den Vinschgau erlebte sie eine Wirklichkeit, in der Mädchen und Frauen vielfach schutzlos patriarchaler Gewalt ausgesetzt waren. Sie überlebte sexuelle Gewalt durch Dienstherren und Verwandte. Sie überlebte ökonomische Abhängigkeiten, die ihr den gerechten Lohn für ihre Arbeit und die Freiheit über ihr eigenes Leben nahmen.

Als junge Frau heiratete sie Klaus. Ihre Ehe brachte ihr zwei Töchter und kannte Momente der Liebe und Verbundenheit. Zugleich war sie geprägt von den Vorstellungen ihrer Zeit: von männlicher Dominanz, Kontrolle, Geiz und mangelnder Gleichwertigkeit. Auch dies war kein individuelles Versagen, sondern Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse, in denen Ungleichheit und Gewalt hinter verschlossenen Türen stattfanden und selten benannt wurden.

Und dennoch ließ sie sich nicht brechen. Sie blieb neugierig auf die Welt, besuchte Kurse, meldete sich bei Veranstaltungen zu Wort. Sie bewahrte sich ihre Würde und ihre Kraft, auch dort, wo ihr Unrecht widerfuhr. In ihrem beharrlichen Festhalten an Menschlichkeit und Lebensfreude lag eine stille Form des Widerstands – eine Kraft, die oft übersehen wird und doch Leben trägt.

Die schwere Demenz, die sie am Ende ihres Lebens begleitete, lässt uns mit einer schmerzlichen Frage zurück: Ob das Vergessen manchmal Schutz sein kann vor den Wunden eines ganzen Lebens. Eine Antwort darauf gibt es nicht. Was bleibt, ist die Verantwortung der Zurückbleibenden, sich zu erinnern.

Als Tochter bin ich Erbin der Traumata, die in unserer Familie nie ausgesprochen und nie geheilt wurden. Gerade deshalb verweigere ich mich dem Schweigen, das das Leben meiner Mutter und meiner Großmutter begleitet hat. Ihr Leiden soll weder verklärt noch vergessen werden. Es soll erzählt werden, weil das Erinnern an Frauenleben selbst ein Akt der Gerechtigkeit ist.

Wenn ich patriarchale Gewalt benenne und ihr entgegentrete, dann nicht stellvertretend für meine Mutter. Sondern auch in ihrem Namen. Sie hatte oft nicht die Möglichkeit, sich zu wehren. Ich habe sie. So lebt ihr leises Aufbegehren gegen Unrecht und patriarchale Gewalt weiter – mit Klarheit, mit Kraft und mit Liebe.

Wir erinnern uns an eine Frau, die überlebt hat, woran viele andere zerbrochen wären. An eine Frau von Mut, Beharrlichkeit und großer Lebenskraft. Trotz allem bewahrte sie sich ihre Freude am Leben, ihre Neugier und ihre Wärme.

Wir erinnern uns an ihr Leiden – nicht um es festzuschreiben, sondern um es nicht dem Vergessen zu überlassen. Wir erinnern uns an ihre Stärke – nicht um sie zu idealisieren, sondern um ihr gerecht zu werden.

Zu ihrem Andenken. Zu ihrer Ehre. Und für all jene Frauen, deren Geschichten zu lange verschwiegen wurden. Dieses Erinnern ist ihr Vermächtnis. Und es ist mein Erbe.

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a Kerzl aus Göflan
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Ruhe nun in Frieden, liebe Franziska. Die schönen Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit beim Seniorentanz bleiben für immer. Unser Mitgefühl den Angehörigen.
Martha und Sebastian - Schlanders - 24.07.2026
Liebe Fani nun bist du gegangen auf einer Reise ohne Wiederkehr,auf die andere Seite des Weges, dort wo du jetzt in Frieden ruhen kannst,keine Schmerzen und kein Leid ertragen mußt.
Lebe Wohl und danke für die vielen ,,Ratscharlan die wir über den Gartenzaun gemacht haben. Du warst mir eine gute,feine Nachbarin, die nie bei der Erstkommunion, Firmung und Geburtstage meiner Kinder fehlen durfte.Du bleibst unvergessen in unsere Herzen.

Lieber Klaus,liebe Monika, liebe Gabi mit Fam. und alle die um Fani trauern !!

Wir möchten euch unsere Betroffenheit und unser Mitgefühl ausdrücken und wünschen euch viel Kraft für die Zukunft, reichen euch die Hand zum stillen Gruß.
Karla, Paula & Bernd
Karla Thurin - 24.07.2026
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