Registrierung auf TrauerHilfe.it

Sie sind noch nicht auf TrauerHilfe.it registriert?
>> zur kostenlosen Registrierung <<

Im Gedenken an:

Franz Kopp-Stgier

geboren am: 07.08.1941
verstorben am: 18.11.2025
im Alter von: 84 Jahren
letzter Wohnort: Savognin (CH)
Friedhof: ...
Begräbnisgottesdienst: 29.11. - 14:00 Uhr Kirche Nossadonna / Savognin (CH)

«Ein guter Gastgeber schafft nicht nur ein Zuhause auf Zeit,
sondern Erinnerungen für immer.»

In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von unserem liebsten Papi, tat, Schwiegervater, Schwager, Onkel und Freund

Franz Kopp-Stgier

* 7. August 1941     † 18. November 2025

Nach kurzer Krankheit durfte Papi (Papeli, Daddy) friedlich im Beisein seiner Familie zu Hause einschlafen.

In stiller Trauer:

Karin Luzio-Kopp mit Fabio und Laurin, Roland Guntli
Michael Luzio
Evelyn Kopp mit Ladina und Ursin, Patrick Arnold
Angelika Kopp Tomaschett mit Curdin und Flavia, Maurus Tomaschett- Kopp
Andrea Feuerstein-Kopp mit Quirin und Gian Andri, Gian Cla Feuerstein
Verwandte, Nachbarn und Freunde

Die Trauerfeier findet am Samstag, 29. November 2025, um 14 Uhr in der Pfarrkirche Nossadonna in Savognin statt.
Die Urnenbeisetzung findet im engsten Familienkreis statt.

Anstelle von Blumenspenden gedenke man der Stiftung Strassenkinderhilfswerk NAG «Projekt Nepal», IBAN: CH78 0077 0255 6912 1200 1


Traueradresse:

Familie Kopp 
Veia d'Alp 10
CH-7460 Savognin

Lebenslauf von Franz Kopp

Franz Kopp wurde am 7. August 1941 in Graz geboren, mitten in den Wirren des Zweiten
Weltkriegs. Sein Vater war an der Front gefallen und die Mutter stand mit drei kleinen
Buben allein da. Die junge Familie hatte grosses Glück. Während einer der vielen
Bombardierungen von Graz versteckten sie sich im Luftschutzbunker. Als sie wieder
nach oben kamen, war der gegenüberliegende Block durch eine Bombe beinahe
vollständig zerstört worden.
Kurz danach kam Franz in die erste Pflegefamilie. Seine Mutter wusste nicht, wie sie alle
durchbringen sollte. Franz bemerkte später trocken, seine Mutter habe ihn verschenkt,
wenn diese wüsste, was das für ein Geschenk war. Die Pflegefamilie aus Südtirol, die
sich damals in Graz aufhielt, hatte bereits fünf Kinder. Franz war das sechste, und so
entkam der Pflegevater dem Einzug in die Armee. Viele Südtiroler hatten in diesen Jahren
ihre Heimat verlassen, da sie von der politischen Lage stark betroffen waren. Zahlreiche
Familien lebten vorübergehend in österreichischen Städten.
Als die Pflegefamilie wieder nach Südtirol zurückkehren wollte, konnte Franz nicht
mitreisen. Es fehlte das nötige Geld und auch die Papiere waren nicht vollständig.
Deshalb blieb er zurück und kam in eine zweite Pflegefamilie, die keine eigenen Kinder
hatte, dafür aber einen grossen Hof. Dort wurde er liebevoll grossgezogen und es
entstand eine enge Bindung, weshalb die Pflegeeltern ihn später nicht mehr hergeben
wollten.
Nach fast fünf Jahren kam es zu einer entscheidenden Wendung. Die Mutter der ersten
Pflegefamilie wollte Franz wieder zu sich nehmen und ihn wie ursprünglich geplant mit
nach Südtirol nehmen. Da die zweite Pflegefamilie ihn jedoch nicht hergeben wollte,
erschien sie mit der Polizei, um Franz zurückzuholen. Für den kleinen Jungen war dies
ein prägender Moment. So gelangte er im Alter von etwa sechs Jahren zum ersten Mal
ins Südtirol, das zu seiner eigentlichen Heimat werden sollte.
Diese frühen Erfahrungen prägten ihn. Franz erwähnte im Erwachsenenalter oft, dass er
sein ganzes Leben lang bei fremden Leuten gewesen sei. Es war keine Klage, sondern
eine nüchterne Feststellung aus einem Leben, das ihn früh gelehrt hatte, seinen eigenen
Weg zu finden und immer zu kämpfen und nie aufzugeben, so wie er es uns auch auf den
Weg mitgegeben hat.
Die Kindheit in Südtirol war streng und einfach. Die Familie war gross und jeder musste
mithelfen. Franz läutete in Schlanders die Kirchenglocken und erhielt dafür eine halbe
Kaminwurz und etwas Brot. Er nagelte Gemüsekisten, züchtete Kaninchen und
verkaufte diese. Das war sein erstes eigenes Einkommen. Sein erstes Fahrrad war ein
altes Mofa mit defektem Motor, doch für ihn bedeutete es Freiheit.
Franz hat auch das Handwerk der «Goasl» Peitschenherstellung gelernt und oft das
nötige Birnbaum Holz gesammelt, je elastischer das Holz war, desto besser.
Franz hätte eigentlich Schreiner werden wollen. Doch man riet ihm, einen Beruf zu
wählen, in dem man stets genug zu essen habe. So begann er eine Lehre als Koch. Er
absolvierte die Ausbildung in der Goldenen Rose in Meran. Damals wurde noch auf
Holzkohle gekocht und gewaschen. Die Spezialität des Hauses waren Kutteln, die sich
die Bauern, die zum Markt kamen, regelmässig gönnten. Sein Lehrer in der Schule
erkannte seinen Fleiss und nahm ihn nach der Lehrzeit mit ins Restaurant auf dem
Stilfserjoch. Dort musste Franz unzählige Buttercremetorten herstellen. Missglückte
Torten flogen kurzerhand aus dem Fenster die Felsen hinunter. Die viele Arbeit mit
Patisserie führte dazu, dass Franz sein Leben lang kaum Lust auf Süsses hatte.
Zu dieser Zeit gehörte zu den wenigen bezahlbaren Freizeitbeschäftigungen, dass man in
Meran im Kino für ein kleines Entgelt so lange man wollte Filme schauen konnte, immer
dieselben in Dauerschlaufe, vor allem Western.
In dieser Phase kam ein weiterer Punkt hinzu. Franz hätte damals grundsätzlich zum
italienischen Militärdienst einrücken müssen, möglicherweise nach Sizilien. Ein
regelmässiger Gast der Goldenen Rose, der damalige Generalkonsul Österreichs in
Südtirol, verfasste jedoch einen offiziellen Brief. Darin erklärte er, dass Franz nicht in den
Dienst einrücken könne, da er in die Schweiz ausgewandert sei. Dieser Brief bewahrte
Franz vor einer Einberufung, die sein Leben tiefgreifend hätte verändern können. Und vor
allem hätte es die Familie Kopp in dieser Form wohl nie gegeben.
Kurz darauf öffnete sich für Franz eine neue Tür. Sein Firmpate Alois holte ihn in die
Schweiz, nach Davos ins Hotel «Strela». Dort lernte er Valentina kennen. Er sprach sie
zum ersten Mal an, als sie eine Glühbirne wechseln wollte, und bot seine Hilfe an.
Später lachte er darüber, denn natürlich hätte sie das selbst gekonnt. Dennoch wurde
dies der Anfang ihrer gemeinsamen Geschichte.
Franz sparte lange für ihr erstes richtiges Rendezvous. Ein Fondue in Davos war damals
teuer und für ihn eine grosse Sache. Die Nonnen, die das Hotel führten, betrachteten
diese Beziehung ohne Ehe eher kritisch, doch Franz und Valentina blieben zusammen.
Daran änderte sich auch nichts, als Franz das erste Mal in Parsonz war und natürlich der
ganzen Familie, eigentlich dem halben Dorf, vorgestellt wurde.
Franz arbeitete in Davos auch im Hotel «Terrasse Clavadel», wo er auch mit vielen
bekannten Gesichtern aus dem Oberhalbstein arbeiten durfte.
Eine Sommersaison arbeitete er in Zürich Wipkingen im Waid Restaurant, zumindest
unter der Woche. Am Wochenende zog es ihn immer zurück nach Parsonz zu seiner
Valentina. Die Reise trat er meist ohne Schlaf an, da die jungen Köche die ganze Nacht
lang gejasst hatten und Franz immer auf den ersten Zug wollte.
1964 arbeiteten beide an der Landesausstellung Expo in Lausanne, in der Stüva
Grischuna. Diese Monate wurden zu einer der prägendsten Zeiten ihres Lebens. Franz
erzählte später oft und gern davon. Die Arbeitstage waren lang, aber die Gemeinschaft
war stark. Abends sassen sie am See, teilten ein Pariser Brot und Caprice des Dieux und
genossen das Leben inmitten vieler junger Menschen, Kolleginnen und Kollegen, die alle
für kurze Zeit denselben Weg teilten.
Im Jahr 1965 wurde in Parsonz geheiratet. Rund 40 Personen feierten im Wohnzimmer
und genossen den Braten von Valentinas Mutter. Danach ging es in die Turnhalle von
Riom, wo die Jungmannschaft den Abend organisierte, nachdem sie während des Tages
die traditionellen Mintinadas gesungen hatte. Das Brautpaar musste jedoch um
Mitternacht ins Bett, so wollte es der Brauch.
Am 20. Februar 1966 wurde die erste Tochter Karin geboren. Die junge Familie lebte
inzwischen in Chur, wo Franz im Duc de Rohan arbeitete. Ein Jahr später kam Evelyn am
28. Juni zur Welt. Von der Zeit in Chur erzählte Franz immer gerne. Er fühlte sich dort
wohl und besonders die Küchenmannschaft muss eine aussergewöhnliche Truppe
gewesen sein, zu der Franz sein ganzes Leben den Kontakt pflegen wird.
1969 übernahmen Franz und Valentina das Hotel und Restaurant Alp Flex in Sur. Franz
wollte schon immer ein eigenes Restaurant. Dies wurde ein zentraler Abschnitt ihres
Lebens und prägte das ganze Familienleben und die Kindheit der Töchter.
Franz wurde schnell bekannt für seine Küche, besonders für das Entrecote Café de Paris
und das Filet Stroganoff. Der Betrieb lief auf Hochtouren, am Abend wurden die Tische
meist zweimal vergeben. Für die Mitgliedschaft in einem Dorfverein blieb keine Zeit,
denn wenn andere probten oder schossen, arbeitete Franz in der Küche. Seine wenigen
freien Stunden verbrachte er beim Fischen in Marmorera, beim Jassen oder auch gerne
beim Pilze sammeln.
Am 26. August 1971 kam es zu einem ganz besonderen Ereignis. Bei der dritten
Schwangerschaft stellte sich während der Geburt heraus, dass Zwillinge unterwegs
gewesen waren, was man damals oft nicht im Vorhinein wusste. Als Franz nach Hause
kam, fragte die kleine Karin, ob der Bruder nun da sei. Franz antwortete lediglich: «dus
puppas!» Die Überraschung war gross und in Sur soll eine Woche lang gefeiert worden
sein.
In dieser Zeit war Gion Nutegn, der Bruder von Valentina, sehr oft bei der Familie in Sur.
Für die vier Töchter war er weniger ein Onkel als vielmehr ein Bruder, der fest zur Familie
gehörte.
1981 überlebte Franz einen schweren Forstunfall in Parsonz. Ein Baumstamm kam ins
Rollen und klemmte ihn fest, doch eine kleine Mulde und die über dem Kopf
verschränkten Arme retteten sein Leben. Er musste längere Zeit in die Reha, während
Freunde und Familie den Betrieb aufrechterhielten.
1988 zogen Franz und Valentina nach Savognin. Denn Franz grosser Traum wurde wahr.
Endlich hatte er sein Haus mit einer Garage.
Nach einem kurzen Saisonabstecher im Skigebiet Savognin arbeitete Franz in der
Kantine der Baufirma Battaglia in Savognin und später im Hotel Guidon in Bivio. Surses
war für ihn längst mehr als nur ein Tal. Hier hatte er neben seiner grossen Liebe
Valentina auch eine zweite Heimat gefunden, die ihm Zugehörigkeit und Halt schenkte.
Franz war ein grosser Hundefreund, hatte jedoch nie selbst einen, aber sein Leben lang
Katzen. In späteren Jahren war es Kater Ferrari, der ihm half, den Tod seiner geliebten
Valentina zu ertragen. Valentina verstarb 2009, ein tiefer Einschnitt in seinem Leben.
Seitdem liess Franz keine Gelegenheit aus, eine schöne Geschichte zum Besten zu
geben, die er mit seiner Valentina erleben durfte.
Franz war im Ruhestand ein begeisterter Gärtner, liebte es, sein eigenes Brennholz für
den Winter aufzuarbeiten, ging gerne schwimmen, spazieren, liebte den Wintersport
und die Weltpolitik im Fernsehen, hatte jedoch am meisten Freude, wenn er seinen
Besuch bekochen durfte und dieser anschliessend mehr als satt war. Besonders
erwähnt die legendären Cordon bleu, die Schnitzeli paniert, der Zwiebelrostbraten, die
Capuns, die Scarpaccia, die Gschwelti, die Hacktätschli mit Rotkraut, die Bratkartoffeln,
der Kaiserschmarren…
Man könnte noch ewig aufzählen…
Als die alljährlichen Reisen in die alte Heimat zu beschwerlich wurden, fand Franz
grosse Freude an den Besuchen bei Maria und Gottfried auf der Alp Somtgant und
genoss den Südtiroler Speck und deren Gastfreundschaft in vollen Zügen. Bei ihnen
fühlte er stets ein kleines Stück seiner alten Heimat, inmitten seiner neuen und begann
sofort im schönsten Südtiroler Dialekt zu sprechen und zu strahlen.
Franz blieb bis zuletzt ein stets zufriedener und glücklicher Vater, Grossvater,
Schwiegervater, Schwager und Freund voller Wärme, Bescheidenheit und Humor. Sein
Leben war geprägt von Hingabe, Arbeit, Familie und unzähligen Geschichten, die nun
weitergetragen werden. Franz hatte immer für alle ein offenes Ohr und stets einen guten
Rat zur Hand «immer füri luaga und zuaversichtlich si».
Sein immerwährender Optimismus gab uns auch in schwierigen Zeiten Zuversicht und
Hoffnung. Seine Art wird in uns weiterleben. Tragen wir Sorge dazu und besinnen wir uns
in schweren Momenten auf seine Worte und sein Wesen.

Standardkerze

Entzünden Sie eine kostenlose Gedenkkerze!

Diese brennt 21 Tage. Sobald diese erlischt, werden Sie per E-Mail benachrichtigt.

Text unter Kerze
Zeichen verbleibend
Ihr Name
Ihre E-Mail
R.I.P.
Anonym
Herzliches Beileid
Miriam
Aufrichtiges Mitgefühl
a Liachtl aus Schlanders
Ruhe in Frieden
Hanni
Ruhe in Frieden, mein Beileid
Armin
Das Südtirol ist ein Teil von unserem Herzen.Danke Daddy❤
Angelika Kopp Tomaschett und Familie
Liebster Papi,die Tage mit dir im Südtirol bleiben in meinem Herzen
Karin Luzio-Kopp
Ein Licht für dich✨Ruhe in Frieden
Dagmar
Unser aufrichtiges Beileid
Bruni Telfser mit Familie
Sinceras condolaziuns
Anonym
Ruhe in Frieden
Gerlinde und Toni
Ruhe in Frieden
Anonym
Zum Verfassen von Kondolenzen müssen Sie sich in Ihr TrauerHilfe.it Profil einloggen.
Noch nicht registriert?
Kerzen 9
Kondolenzen 0
09.06.2016  -  85 Jahre
"Anni"
Schlanders
Diese Traueranzeige wurde 9.808 Mal besucht
Einen Fehler in dieser Traueranzeige melden
Kerze anzünden
Kondolenz eintragen