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Im Gedenken an:

Noggler Peppi

geboren am: 17.11.1945
verstorben am: 29.11.2025
im Alter von: 80 Jahren
letzter Wohnort: Schlanders
Gemeinde: Schlanders
Mittlerer Vinschgau
Friedhof: Schlanders
7te und 30ste mit Urnenbeisetzung: 10.12. - 18:30 Uhr Friedhof & Pfarrkirche Schlanders

Liebe Annelies, liebe Familie Noggler, verehrte Trauergemeinde,

zahlreich sind wir hier versammelt, um uns von Peppi – gestatten Sie mir – von „insern Peppi“ - zu verabschieden. Denn wir wollen ihn nicht einfach so ziehen lassen, ohne uns nicht an diesen ganz besonderen Menschen zu erinnern und seiner in ehrender Weise zu gedenken.

So wie die Sonne hinterm Sonnenberg leuchtend aufgeht, überm Tal wärmend erstrahlt und abends hinterm Nörderberg verschwindet, so waren die Tage, ja die Wochen, die Jahre von Peppi, voll von Hilfsbereitschaft, Frohsinn und auch tiefsinnigem Humor. 

Wer kannte nicht „insern“ Peppi …… und wen kannte Peppi nicht!!!!

„Inser“ Peppi - Josef Noggler - wurde am 17.11.1945 in Meran geboren und verbrachte seine nicht leichte Kindheit und die Schulzeit teils in Schlanders und in Mals. Mit 3 älteren Stiefgeschwistern und seiner sprachlichen Behinderung hatte er keinen leichten Start ins Leben. Bald schickte ihn sein Vater ins Krankenhaus nach Innsbruck, um sein Stottern behandeln zu lassen, allerdings ohne großen Erfolg. Auf Grund des Sprachfehlers brauchte er keinen Militärdienst zu leisten. Zurück auf dem elterlichen Hof Vogelsang erlernte er den Malerberuf, war zur Ausbildung längere Zeit in München, wo er in einem Arbeiterwohnheim untergebracht war, arbeitete dann im Dienstverhältnis und später auch als selbstständiger Handwerker. Er half in der Landwirtschaft, d.h im elterlichen Obstanbau und kümmerte sich zusammen mit seiner 8 Jahre jüngeren Schwester Trudi auch um den Gastbetrieb bzw. um das Ausflugslokal Vogelsang, das die Familie 1982 eröffnet hatte. 
Für Peppi war sein eingeschränktes Sprechvermögen kein Hindernis: er machte sich oft einen Spaß daraus, er ging auf alle und jeden offen, mit Humor und mit frohem Lachen zu und so entsprangen mit dem verzögerten Sprechen ganz besondere Satz- und Sinnkonstruktionen, denn wenn ein Wort stotternd einfach nicht herauswollte, hatte er ja Zeit, sich einen ganz neuen Satz zu konstruieren.
Und gerade diese Offenheit, die Fähigkeit auf Menschen zuzugehen, seine Hilfsbereitschaft und auch seine Tierliebe machten Peppi zu einer ganz besonderen Persönlichkeit. 
Er  hatte keine Berührungsängste: 
als ich vor 20 Jahren hierher zog, lernte ich Peppi ganz zufällig kennen. Ich stand mit meinem angeleinten Hund, einem Dalmatiner, bei einer Veranstaltung in der Fußgängerzone, als ein Mann zuerst den Hund und dann über längere Zeit mich beobachtete. Plötzlich – und mit etwas Anlauf – sagte er: „Settan honn´ i  a!“ Auf meine Frage: „Wia, an Hund?“ meinte er: „Jo, jo, obr a so uan mit dei Pinktelen, so an Dalmatiner“ 
Für diesen langen und schwierigen Satz brauchte der Mann zwar etwas länger, aber ich war baff, da Dalmatiner-Hunde damals eher selten waren. Nach diesem ersten, etwas unerwarteten Kennenlernen sollten noch viele unterhaltsame Stunden und schöne Erlebnisse mit Peppi folgen.

1985 heiratete Peppi seine Annelies und schenkte ihr und den Kinder Claudia und David ein neues Zuhause. Stolz war er, als 1988 sein Sohn Benjamin und 1997 dann der zweite Sohn, Jonas, geboren wurden. Gerade vor kurzem - und zwar am 16.11.2025 - konnten Peppi und Annelies auf 40 gemeinsame Ehejahre zurückblicken. Am Tag darauf beging Peppi seinen 80. Geburtstag, den er gerne zusammen mit vielen lieben Menschen gefeiert hätte. Leider ließ dies sein plötzlich verschlechterter Gesundheitszustand nicht mehr zu. 

Doch Peppi wäre nicht „inser“ Peppi gewesen, wenn er nicht noch am Krankenbett in der Intensivstation mit spitzbübischen Lachen gemeint hätte: 
„Nor feiern mir holt in Friahjohr, zem isch´s nor a wärmer!“
Peppi fühlte sich unter Menschen wohl, er suchte die Gemeinschaft und so war er 25 Jahre aktives Mitglied beim Weißen Kreuz. Zuerst als freiwilliger Helfer, wo er bald nach Gründung der Sektion Schlanders mit den anderen Freiwilligen der ersten Stunde beitrug, den Rettungsdienst hier vor Ort aufzubauen und zu dem zu machen, was er heute ist. Vor allem mit seinem Freund Helmut Fischer hat er viele Einsätze, Auslandsfahrten und gemeinsame Dienststunden verbracht und so bleibende Spuren hinterlassen. 
Das Weiße Kreuz von Schlanders ist dir, Peppi, dafür sehr dankbar.
Und nicht nur dort: Hilfsbereitschaft stand für Peppi an oberster Stelle. Wie oft hat er seinem Jugendfreund Konny ausgeholfen, Transporte für ihn ausgeführt und ihn beim Aufbau des Entsorgungs-Betriebes tatkräftig unterstützt. Dass es bei den unterschiedlichen Charakteren öfters zu Meinungsverschiedenheiten kam, ist verständlich. Doch auf Sturm und Regen folgt immer wieder Sonnenschein und so war es auch bei Peppi, seinen Freunden und Kollegen. Man konnte ihm einfach nicht böse sein, wenn er auch einmal einen Termin verschwitzte und das eine oder andere vor lauter vielen Interessen vergaß.    
Und die Pünktlichkeit hatte „inser“ Peppi sowieso nicht gepachtet. 
Als Mitglied vom Kastanienverein konnte man ihn zu verschiedenen Anlässen beim „Keschtnbrotn“, z.B. in der FUZO, an Martini auf Göflan, auf Märkten, beim Bauernladen in Naturns und somit Tal auf-Tal ab antreffen. Dabei ging ihm so richtig das Herz auf, da fühlte er sich wohl und es war eine Tätigkeit, die er sich bis zuletzt nicht nehmen ließ. Seit geraumer Zeit hat er auch viel Energie in den Weinbau und in seine Eigenbauweine gesteckt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte sich das Resultat sehen bzw. schmecken lassen und Peppi heimste auf der Weinkost der „Weinfreunde Vinschgau“ auch die eine oder andere Auszeichnung ein.
Peppi wäre auch gerne der Freiwilligen Feuerwehr beigetreten; leider war dies wegen seines Sprachfehlers nicht möglich. Er war Fischermitglied am Fischteich Priel und pflegte Freundschaften beim Kartenspielen. Gerade mit der Kartenspielgruppe unternahmen Peppi und Annelies immer wieder Ausflüge und kleinere Reisen. Lange Zeit veranstaltete er mit Gleichgesinnten das alljährliche „Skorpiontreffen“, bei dem das gemeinsame Sternzeichen gebührend gefeiert wurde.
Auch wenn er bei Tag und Nacht mehr „im Dorf“ als zu Hause war, ließ er es seiner Familie an nichts fehlen. Er hatte immer wieder neue Ideen, baute Ferienwohnungen für den Nebenerwerb aus und hatte seinen besonderen Spaß mit den Feriengästen. Und diese mit ihm: wenn er über die lange, steile Treppe in seine Wohnung hinaufging, warteten die Gäste schon, um sich mit ihm auf seine fröhliche und schelmische Art zu unterhalten. Und wenn es mit der sprachlichen Verständigung manchmal nicht klappte, machte sich Peppi zur allgemeinen Erheiterung eben mit Händen und Füßen verständlich.
Und davon können auch die Kameraden vom Männergesangverein Schlanders ein Lied singen: 
Peppi kam Anfang der 70-ger Jahre zum MGV und konnte kürzlich für 50 Jahre Vereinszugehörigkeit geehrt und gefeiert werden. Obwohl er - oder vielleicht gerade weil er - überall als „Schlanderser Original“  bekannt war, wurde er im Verein sehr geschätzt. Auch wenn er zu Beginn nicht immer einen leichten Stand hatte – bekanntlich waren Disziplin und Pünktlichkeit nicht Peppi´s Stärken – so wurde er im Laufe der Jahre bei Chorkonzerten, bei Veranstaltungen und den beliebten Chorreisen zum festen Bestandteil. 
Peppi gehörte zum MGV! 
Mit Spannung wartete das Publikum bei der Faschings-Revue schon auf Peppi´s Auftritte, denn die Lacher und die Fröhlichkeit hatte er auf seiner Seite. Gerade die aktive Teilnahme an den Faschingsveranstaltungen und der Verkauf der Faschingszeitung „Brennessel“ nahm Peppi sehr ernst, er erfüllte seine Rollen mit viel Humor,  Einsatz und Herzblut. Wenn er mit seiner Drehorgel, auf dem ein kleines Plüschäffchen saß, durch das Dorf zog, um die „Brennessel“ zu verkaufen, stiegen die Verkaufszahlen und der Umsatz war für den Verein gesichert. 
An „insern“ Peppi kam kaum jemand vorbei, ohne nicht die Zeitung zu kaufen. 
Und wenn darin manchmal kritische bzw. politische Themen behandelt wurden, scheute sich Peppi nicht, alleine per Zug mit seinem Leierkasten bis nach Bozen zu fahren und vor dem Landhaus Aufstellung zu nehmen, um den Politikern sozusagen „den Marsch zu blasen“ und auch dort die Faschingszeitung an den Mann und die Frau zu bringen.
Für ihn war der Männergesangverein heilig; seine Sangesqualitäten verbesserten sich im Laufe der Jahre; er glänzte immer weniger durch Abwesenheit bei den Proben und auch seine Pünktlichkeit verbesserte sich merklich. Und eigenartigerweise verschwand mit dem Älterwerden auch zusehends das Stottern, das „insern“ Peppi über lange Zeit als sogenanntes Markenzeichen auszeichnete. 
An seinem 80. Geburtstag überraschte ihn eine Gruppe des MGV im Krankenhaus mit einem einfühlsamen Ständchen. Man konnte Peppi seine ehrliche Freude im bereits von der Krankheit gezeichneten Gesicht ansehen.
Nur wenige Tage danach, also am vergangenen Samstag, wurde Peppi durch den Schöpfer der Welt von seiner Familie, von seinen Freunden und aus seinem geliebten Schlanders abberufen. Wir sind überzeugt, dass „inser“ Peppi mit offenen Armen vom liebenden Gott aufgenommen wurde und nun einen Ehrenplatz im Reigen der himmlischen Chöre einnimmt.
Vergelt´s Gott Peppi für die schöne Zeit mit Dir – schau herunter auf deine Lieben hier auf dieser bucklige Welt und lach´ dir eins ins Fäustchen, so wie du es dein Leben lang gemacht hast! 

Leb´ wohl – Du wirst uns allen sehr fehlen!


Verfasser: Franz Angerer

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Andre Raffeiner - 29.11.2025
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Liebe Claudia wir möchten dir unser aufrichtiges Mitgefühl und unsere Anteilnahme übermitteln.
Dein Jahrgang 1973
Jahrgang 1973 - 29.11.2025
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