Liebe Rosmarie!
Jeder folgt in seinem Leben einer Straße.
Oft ist die Straße gepflastert und leicht zu begehen, und man geht sie miteinander und empfindet nur Glück.
Manches Mal ist die Straße aber auch steinig oder sie geht steil bergauf und wird beschwerlich.
Auf dem Weg sind Löcher, man fällt hin und man braucht viel Kraft wieder aufzustehen.
Da sind vielleicht auch Berge, über die man hinüber muss, sonst ginge der Weg nicht weiter.
Manchmal gibt es nur den Weg nach vorne oder den Weg zurück, und Stillstand würde Verzweiflung bedeuten und letztendlich entscheidet unser Mut, ob wir vorwärts ins Unbekannte gehen.
Keiner weiß vorher, wann und wo der Weg endet. Aber jeder hinterlässt auf seinem Weg Spuren und manche kreuzen unseren Weg.
Einige, die ich traf, werde ich nicht vergessen, so wie Euch. Ihr seid sehr lange einen steinigen Weg miteinander gegangen und egal wie schwer es auch zeitweise war, Ihr seid diesen Weg mutig, mit vorbildlicher Kraft und mit beispielhaftem Lebenswillen gegangen.
Und wenn Ihr gefallen seid, war das gemeinsame Aufstehen nur natürliche Selbstverständlichkeit. Egal wie steinig der Weg auch wurde, Ihr habt immer nach vorne geschaut und das Positive in Allem gesucht. Ihr habt Euer Leben gemeinsam, aufrecht und mit Würde getragen. Nun ist Hans vorausgegangen. Er war getragen von der Fürsorge von Dir, liebe Rosmarie, die es möglich gemacht hat, dass Hans in seinem gewohnten Umfeld seinen letzten Lebensweg gehen durfte.
Auch wenn Hans jetzt für immer gegangen ist, wir werden ihm täglich begegnen, denn seine Kraft, sein Lebenswillen und sein Lebensmut, die er vermittelte und v.a. sein Lächeln, das er schenkte, werden uns immer in Erinnerung bleiben und Vorbild sein. Es war ein Geschenk, Hans kennengelernt zu haben. Und es war und ist ein Geschenk, dich, Rosmarie, und euch eine Zeitlang begleitet zu haben und noch zu begleiten. Es war herzberührend wie Ihr Euch gegenseitig Stütze und Halt gegeben habt und füreinander da wart.
Wir wissen nicht, wie unser Leben weitergeht oder vor welchen Aufgaben uns der Herrgott noch stellen wird. Aber eines ist gewiss, unsere beiden Männer werden uns vom Himmel aus, ein Leben lang begleiten und für uns da sein. In der Zwischenzeit sollten wir das Beste aus allem machen, wenn unser Leben auch von Trauer gezeichnet ist und bleiben wird, denn Trauer ist nichts anderes als ewige Liebe, die kein Zuhause mehr hat und diese ewige Liebe ist der beste Beweis dafür, dass es perfekte Beziehungen gegeben hat und gibt.
In stiller Anteilnahme und innigem Mitgefühl
Renate
Renate Helfer
- 27.05.2026